Weitere Photobiomodulations-Verfahren bei trockener AMD
Neben Valeda und MACULIGHT gibt es weitere Ansätze der Photobiomodulation (PBM) bei trockener AMD, von seriösen Praxis-Systemen über Heim-Pflaster und -Masken bis zu unregulierten Verbraucherprodukten. Dieser Überblick ordnet sie ruhig und sachlich ein: was möglich erscheint, was untersucht wurde und wo die Grenzen liegen.
Weitere stationäre Praxis-Systeme
EYE-LIGHT (Espansione Group) arbeitet mit einer Kombination aus 590 + 630 nm und erhielt 2024 eine CE-Marke für die trockene AMD. In einem sham-kontrollierten Einzel-RCT (Borrelli, n=76) fiel das Ergebnis positiv aus: Ein Gewinn von mindestens fünf Buchstaben zeigte sich bei 20,3 % der behandelten gegenüber 8,9 % der Kontroll-Augen. Das ist ein ermutigendes Signal, das in dieselbe Richtung weist wie die Daten zur stationären Multiwellenlängen-PBM, die Grundidee erscheint damit tragfähig.
Diese Ergebnisse beruhen bislang auf einer einzelnen, kleinen Studie und sind noch nicht durch weitere unabhängige Arbeiten bestätigt, eine FDA-Autorisierung liegt nicht vor. Ein Nutzen ist damit möglich, aber noch nicht abschließend erwiesen.
Heim-Pflaster und -Masken
Die Idee, PBM bequem zu Hause anzuwenden, ist naheliegend und wurde bereits in großen Studien geprüft. Zwei bekannte Vertreter zeigen zugleich, wie wichtig eine kontrollierte Prüfung ist:
| Gerät | Prinzip | Untersucht bei | Studienergebnis |
|---|---|---|---|
| Retilux | 670-nm-Augenpflaster | diabetisches Makulaödem (NIH/DRCR „Protocol AE“) | ohne Nutzen |
| Noctura 400/500 | 505-nm-Schlafmaske | diabetisches Makulaödem (CLEOPATRA-Studie) | negativ, schlechte nächtliche Compliance |
Beide Systeme waren sorgfältig entwickelt und gut untersucht, verfehlten in ihren pivotalen Studien jedoch den Wirksamkeitsnachweis. Das zeigt: Eine heimbasierte Anwendung ist kein Selbstläufer. Umso sinnvoller ist es, eine Heim-PBM wie MACULIGHT zunächst in einer kontrollierten Studie zu prüfen, statt sie vorab zu bewerben.
Laser und Einzel-Wellenlängen-LED
Ältere, kleine und unkontrollierte Arbeiten (etwa Ivandic mit einem 780-nm-Laser) berichteten von Verbesserungen der Sehfunktion. Solche Beobachtungen sind interessant, taugen aufgrund fehlender Kontrollgruppen aber nicht als Wirksamkeitsnachweis. Die kontrollierte Custom-LED-Studie von Grewal fand bei intermediärer AMD keinen Nutzen. Der Kontrast zu den Multiwellenlängen-Systemen legt nahe, dass die Kombination mehrerer Wellenlängen ein wesentlicher Baustein sein könnte.
Unregulierter Verbrauchermarkt
Off-label als AMD-Therapie vermarktete 670-nm-„Rotlichtbrillen“ berufen sich meist auf die UCL-Grundlagenforschung an gesund alternden Augen. Als Mechanismus ist diese Alterungsforschung durchaus überzeugend. Für die Anwendung bei AMD gilt jedoch: Es gibt bislang keine AMD-spezifische Wirksamkeitsevidenz, und Messungen zeigen, dass viele dieser Geräte die angegebene Wellenlänge verfehlen. Diese Produkte sind nicht als Medizinprodukt gegen AMD geprüft. Eine AMD gehört daher nicht in die Selbstbehandlung ohne augenärztliche Aufsicht.
Historischer Hintergrund
Die frühen Studien TORPA I (2012) und TORPA II (2017) sowie das Markowitz-RCT (2020) bildeten das klinische Signal, das zur Entwicklung von Valeda führte. Sie waren überwiegend klein und teils ohne Kontrollgruppe, markieren aber den Ausgangspunkt der heutigen, methodisch strengeren Untersuchungen zur Photobiomodulation.
Einordnung der Landschaft
Am besten belegt ist derzeit die stationäre Multiwellenlängen-PBM (Valeda, ansatzweise EYE-LIGHT) mit einem messbaren, aber moderaten und weiter diskutierten Nutzen. Heim-Pflaster und -Masken wurden gut untersucht, scheiterten jedoch in ihren Zulassungsstudien. Verbraucherbrillen bleiben spekulativ und unreguliert. Vor diesem Hintergrund ist es folgerichtig, eine Heimtherapie wie MACULIGHT im Rahmen einer kontrollierten Studie sauber zu prüfen.
Hinweis: Die auf dieser Seite genannten Verfahren befinden sich auf sehr unterschiedlichem Stand der Prüfung, ein möglicher Nutzen ist je nach Verfahren noch nicht abschließend bewiesen. MACULIGHT ist ein Prüfprodukt in klinischer Erprobung und für die Heimanwendung noch nicht CE-zertifiziert. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung.
Häufige Fragen
Welches PBM-Verfahren ist am besten belegt?
Am besten untersucht ist die stationäre Multiwellenlängen-Photobiomodulation (Valeda, ansatzweise EYE-LIGHT). Für EYE-LIGHT liegt ein positives, aber einzelnes RCT vor (mindestens fünf Buchstaben Gewinn bei 20,3 % vs. 8,9 %). Ein Nutzen erscheint damit möglich, ist aber noch nicht abschließend erwiesen. Heim-Pflaster und -Masken wurden ebenfalls gut untersucht, scheiterten jedoch in ihren pivotalen Studien.
Warum sind Retilux und Noctura hier als negativ eingeordnet?
Beide Heimgeräte wurden in großen, kontrollierten Studien geprüft: Retilux (670-nm-Augenpflaster) im NIH/DRCR „Protocol AE“ und Noctura 400/500 (505-nm-Schlafmaske) in der CLEOPATRA-Studie, jeweils bei diabetischer Augenerkrankung. In beiden Fällen blieb der erhoffte Nutzen aus. Das zeigt, dass eine Heimtherapie ihre Wirksamkeit erst in kontrollierten Studien belegen muss.
Helfen 670-nm-Rotlichtbrillen aus dem Handel gegen AMD?
Dafür gibt es bislang keine AMD-spezifische Wirksamkeitsevidenz. Solche Verbraucherprodukte sind nicht als Medizinprodukt gegen AMD geprüft, und Messungen zeigen, dass viele „670-nm“-LEDs die angegebene Wellenlänge verfehlen. Von einer Selbstbehandlung ohne augenärztliche Aufsicht ist abzuraten.
Wie ordnet sich MACULIGHT in diese Landschaft ein?
MACULIGHT bringt das Prinzip der stationären Photobiomodulation als Heimtherapie zu den Betroffenen. Da frühere Heimgeräte in ihren Studien scheiterten, wird MACULIGHT bewusst zunächst in einer kontrollierten klinischen Studie geprüft, statt vorab beworben zu werden. Es ist ein Prüfprodukt und für die Heimanwendung noch nicht CE-zertifiziert.
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-08